Wettbewerbssymposium

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    Symposium Wettbewerb und Regulierung im Eisenbahnsektor am 29. Januar 2026

    Intelligente Regulierung, wettbewerbsfähige Trassenpreise, mehr Kapazität für eine bessere Betriebsqualität: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des diesjährigen Symposiums diskutierten Mittel und Wege, die Leistungsfähigkeit der Schiene in Deutschland und Europa zu steigern. Die Aufgaben drängen, mit den Anforderungen an Militärische Mobilität wächst die Bedeutung der Schiene.

    Professor Jörg Rocholl, Präsident der European School of Management and Technology, sieht den Eisenbahnsektor vor der komplexen Aufgabe, Leistungsfähigkeit, Verlässlichkeit und Wachstum zusammenzubringen. Dafür brauche es entsprechende unternehmerische Strategien und regulatorische Rahmenbedingungen. Damit die Eisenbahn besser werden könne, müsse der Rahmen für das System Schiene neu justiert werden, betonte auch DB-Chefin Evelyn Palla. Dies gelte vor allem für das Trassenpreissystem und den Infraplan, das zentrale Steuerungsinstrument für die Infrastruktur. Dieser müsse noch 2026 finalisiert werden. Eine überjährige, auskömmliche und planbare Finanzierung sei Voraussetzung für Effizienz und Steuerbarkeit im System. Bei der Reform der Deutschen Bahn setzt Palla auf Verschlankung, weniger Bürokratie, mehr Verantwortung vor Ort und mehr Unternehmertum.

    Auch auf europäischer Ebene muss die Schiene wettbewerbsfähiger werden. Oana Gherghinescu, Exekutivdirektorin der Europäischen Eisenbahnagentur (ERA), will Verfahren und Prozesse der Behörde konsequent an den Maßstäben der Interoperabilität und Kosteneffizienz ausrichten. Sie sieht das europäische Eisenbahnverkehrsleitsystem ERTMS (European Rail Traffic Management System) als Schlüssel für Kapazität, Sicherheit und grenzüberschreitende Verkehre. Eine Standardisierung sei hier unabdingbar. Individuelle Lösungen in den EU-Mitgliedstaaten führten zu weiterer Fragmentierung und höheren Kosten. 

    Andreas Gehlhaar, Leiter der Abteilung Eisenbahnen im Bundesministerium für Verkehr, Regina Kraushaar, Sächsische Staatsministerin für Infrastruktur und Landesentwicklung, Dr. Markus Hunkel, Chief Executive Officer RDC Deutschland GmbH, Joachim Berends, Vizepräsident und Vorsitzender des Verwaltungsrates Schienengüterverkehr beim Verband Deutscher Verkehrsunternehmen, und Dr. Philipp Nagl, Vorsitzender des Vorstands der DB InfraGO AG, diskutierten im Rahmen eines Panels notwendige Reformen der Trassenpreissystematik. Das Podium machte den hohen Handlungsdruck deutlich. Rückläufige Marktanteile zeigten, dass die Schiene an Wettbewerbsfähigkeit verliere. Über die Vorteile niedriger Trassenpreise, etwa in Orientierung an den Grenzkosten, bestand im Grundsatz Einigkeit. Gehlhaar machte jedoch auf eine entstehende Finanzierungslücke aufmerksam, wenn Kapazität und Qualität gewahrt werden sollten. Unterstrichen wurde, dass die bestehende Trassenpreisförderung fortgesetzt werden muss, solange die Reform nicht umgesetzt ist.

    „Kapazitätssteuerung als Hebel für eine zuverlässige Schiene“ war das Thema einer Podiumsdiskussion mit John Voppen, Chief Executive Officer ProRail, Dr. Daniela Brönstrup, Vizepräsidentin der Bundesnetzagentur, Kerstin Haarmann, VCD Verkehrsclub Deutschland, Oliver Wittke, Präsidiumsmitglied des Bundesverbandes SchienenNahverkehr, und Dr. Matthias Feil, Leiter Fahrplan, Kapazitätsmanagement und Netzzugang der DB InfraGO AG. Voppen berichtete über Hebel und Maßnahmen, mit denen die Betriebsqualität der Schiene in den Niederlanden verbessert werden konnte. In Deutschland soll die von Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder einberufene Taskforce „Zuverlässige Bahn“ schnell wirksame Fortschritte für mehr Qualität und eine effizientere Kapazitätssteuerung bringen. Die Diskutierenden nannten Optimierungspotenzial vor allem bei den Themen Baustellenmanagement, Knotenentlastung, Kommunikation und Digitalisierung. 

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